Historie der Mühle

"Wo die Wiesen so grün und der Himmel so blau …."

Die Geschichte der Reichholdsmühle am Rande der Barbarossastadt.


Mit zu den ältesten Mühlen innerhalb der Stadt Kaiserslautern zählt die Reichholdsmühle. Wie die Chronisten berichten, wurde sie bereits 1434 erstellt, als der „Reuchlingswoog“ durch die Anstauung des Eselsbaches angelegt wurde(später Reichlingswoog oder Seligmacherwoog).

Die Reichholdsmühle diente zunächst als Hofgut und Mahlmühle für die Burg Breidenborn, die "einen Büchsenschuss von der Reichholdsmühle entfernt" lag. Leider wurde die Burg später zerstört, die letzten Fragmente verschwanden beim Bau der Eisenbahnstrecke Anfang des 20. Jahrhunderts.

In alten Erbbestandsbriefen des 18. Jahrhunderts hieß sie auch hin und wieder Reichhols-, Reichels- oder auch Eselsmühle. Die ehemalige Mahlmühle wurde vom Eselsbach getrieben.  

In der schicksalsschweren Zeit des Dreißigjährigen Krieges war die Mühle verödet bis sie 1727 als Hofgut mit Wiesen und Mahlmühle einem Pächter Stein vergeben wurde.

1775 brennt die Mühle komplett ab.

Sie wird wieder aufgebaut und hat dann verschiedene Pächter. Um die Jahrhundertwende wird die Reichholdsmühle vom letzten Müller aufgegeben.

Danach wird sie als Seilerei bzw. bäuerlicher Gutshof geführt. 1914 erwirbt der Direktor der Kayser-Nähmaschinenfabrik (Vorläufer von Pfaff-Nähmaschinen) die Mühle, legt die zwei Wohnhäuser zusammen und baut sie im Herrenhausstil mit großzügigem Park etc. auf. Leider kommt ihm der 1. Weltkrieg dazwischen, wie so vielen, er verstirbt, die Witwe muß die Mühle verkaufen und sie wird wieder von einem Landwirt Gall übernommen.

 

1938 übernimmt die Familie Aberle die Mühle und betreibt eine Geflügel- und Nutriafarm.

In den 1960er Jahren wird die Landwirtschaft aufgegeben. Die Felder sind verpachtet.

Im Jahre 2000 übernimmt eine neue Generation die Mühle und der Dachstuhl des Haupthauses brennt ab. Die schonende Renovierung der Mühle beginnt mit dem Haupthaus. Ein Tourismuskonzept mit zunächst einer Ferienwohnung entsteht im Jahre 2006, die zweite 2009. Mittlerweile ist das Haupthaus komplett renoviert und modernisiert.

In 2011+2012 werden mit Saal und Außengelände Veranstaltungsmöglichkeiten geschaffen. (Familienfeiern, Hochzeiten, Ausstellungen, Tagungen, Seminare, kulturelle Veranstaltungen).

Zum Schluss noch ein Gedicht/Lied von Louis Mayer aus dem Jahre 1909, das die Reichholdsmühle von damals aber auch von heute wunderbar besingt:

Das Lied von der Reichholdsmühle

Im finsteren Tal ein einsamer Bau,
eine Mühle aus uralten Tagen.
Die Wiesen so grün und der Himmel so blau,
und ein Wald voller Märchen und Sagen.

Von Nixen und Gnomen und Elfen bewacht,
kann der Mühlbach erzählen mit Schäumen,
und so drängt`s mich des Abends zum Mühlbach zu gehen,
in das Wasser zu schau`n und zu träumen.

Und fragst Du nach Müller und Mühlengespiel,
Sie entschwanden im Wechsel der Zeiten,
Die Mühle steht nun viele Jahre schon still,
und es gingen zur Ruhe die beiden.

Und ist auch die Mühle ganz außer Betrieb,
So stehn noch der Bau und die Bäume,
Ja, der Platz am Bach ist mir teuer und lieb,
wenn ich sitze am Ufer und träume.

 
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